Die Prinzenwache

Was ein Kegelclub im Jahr 1935 begonnen hat, setzt die Prinzenwache der Prinzengarde Frechen in unserer Zeit fort. Von der Proklamation, veranstaltet vom Festkomitee Frechener Karneval, bis zur Verbrennung des Nubbels am Veilchendienstag muss der Prinz der Stadt Frechen nie auf eine standesgemäße Begleitung verzichten. Der Prinzenwache gehören Mitglieder des Senats, des Tanzcorps, des Reitercorps und des Corps à la Suite an.

Christian Simons hat in der Session 2008/09 den Posten als Wachführer angetreten. Peter-Paul Schwerfen übernimmt neben seiner ersten Tätigkeit als Kommandant dessen Stellvertretung. Beide überwachen die Disziplin und das ordnungsgemäße Äußere der Gardisten – und das besonders am Tag vor der Proklamation auf dem Corpsappell.

Allerdings blickt die Prinzenwache, nach heutigem Vorbild, erst auf eine etwa 30 Jahre währende Geschichte zurück. Auf Initiative des damaligen Vorstands um ihren Präsidenten Willi Busch und 1. Vorsitzenden Horst Winkelhag wurde Ende der Siebziger Jahre die Prinzenwache erstmalig ins Leben gerufen. Da zu damaliger Zeit die sogenannte „Große Uniform“ noch nicht eingeführt worden war, fand diese Begleitung zunächst nur in Litewka statt. Einen offiziell benannten Corpsführer, der die internen Geschicke der Prinzenwache leitet, gab es in den Anfängen NOCH nicht. Erster Amtsinhaber wurde, nach seiner Regentschaft als Prinz Karneval in der Session 1978/1979, Konsul Dr. Karl-Hans Körbel.

Karl-Hans, unser im Jahr 2011 verstorbener Ehrenkommandant, war zu diesem Zeitpunkt nicht nur Wachführer, sondern auch Reitercorpskommandant und Senatspräsident der Prinzengarde in einer Person und folglich auch Hauptinitiator der „Großen Uniform“, welche endgültig in der ersten Hälfte der Achtziger Jahre eingeführt wurde und bis heute von den aktiven Mitgliedern der Prinzengarde mit Stolz getragen wird.

Bis heute wird überliefert, dass Karl-Hans Körbel aus „Angst wegen Ämteranhäufung erschossen zu werden“, nach der Prinzengarde-Jubiläumssession 1984/1985 mit Stellung des Prinzen Karneval in Person von Heinz III. (Wallraf), durch Theo Becker abgelöst wurde. (Ein Interview zu der Epoche seines Wirkens finden Sie hier.)

Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, dass Theo dieses Gremium rund 15 Jahre lang, entscheidend zum Wohle der Gesellschaft prägen sollte. Legendär waren seine Einladungen zu Theos Suppe in sein Haus in Köln-Weiden und, nicht zu vergessen, die langen Abende bei der „MÖBELMESSE PARTY“ im Kölner Gürzenich, die er aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit für die Kölner Messe, organisieren konnte.

Neben seiner Tätigkeit als Wachführer mit kölschem Herzblut war es Theo, der für die Prinzengarde als Nubbel-Vater 1989 in Erscheinung trat. Anfänglich – in kleinem Kreis – im Schützenhaus, später dann als letzte große Veranstaltung der Prinzengarde am Karnevalsdienstag, ist die Nubbelveranstaltung der letzte große Höhepunkt nicht nur für die Mitglieder der Prinzenwache, welche nach der offiziellen Verabschiedung des amtierenden Prinzen, dem Nubbel traditionell das letzte Geleit auf seinem Weg zu Grabe geben. Zu erwähnen bleibt, dass noch bis heute der Nubbel von Theo Becker geplant und mit tatkräftiger Unterstützung von Kameraden vor jeder Session neu gebaut wird.

Nach der erfolgreichen Jubiläumssession 2000/2001 – 66 Jahre Prinzengarde Frechen – mit ihrem Jubiläumsprinzen Kurt I. (Kammermeier), zeichnete es sich ab, dass Theo Becker ein wenig amtsmüde wurde und ein Nachfolger gefunden werden sollte, der in die großen Fußstapfen von Theo hineinwachsen kann. Nach einer mehr oder weniger langen Sondierungsphase wurde dann Ende 2001 Stefan Hoeft seitens des Präsidenten Horst Winkelhag für das Amt bestimmt und in seiner ersten Session 2001/2002 als Wachführer ins kalte Wasser geworfen, indem man ihn zusätzlich zu den Pflichten als neuer Corpsführer mit der Leitung der „traditionellen Herrensitzung“ betraute, da der eigentliche Leiter dieser Veranstaltung, Horst Winkelhag, zu diesem Zeitpunkt krankheitsbedingt ausfiel. Jedoch nach dieser erfolgreich bestandenen Feuertaufe stieg die Annerkennung des damals 28-Jährigen innerhalb der Gesellschaft rasant und so wurde aus dem ehemaligen Ziehsohn von Theo Becker ein würdiger Nachfolger im Amt des Wachkommandanten der Prinzengarde Frechen, bis er selbst zum Präsidenten und 1. Vorsitzenden gewählt wurde.